Tyssaer Wände

Nach Tisá fahren regelmäßig Busse aus Ústí nad Labem /Aussig an der Elbe/ durch Strážky und Libouchec und auch ein Bus aus Děčín /Tatschen/. Man kann aber auch einen Zug aus Děčín /Tatschen/ oder aus Telnice nach Libouchec ausnützen und von hier kann man etwa eine Dreiviertelstunde zu Fuß gehen und in die malerische Gemeinde Tisa kommen.

In Tisa biegt man nach links und vor der Kirche biegt man nach rechts in der Tyssaer Wände. Der gute gepflegte Weg führt zum „Felsen-Marktplatz“, der die Tyssaer Wände auf einen kleineren westen Teil und einen größeren östlichen Teil einteilt. Den westlichen Teil geht man nach der blauen Markierung durch. Der östliche Teil hat zwei Trassen. Eine, rot gezeichnete Trasse führt auf dem Felsenplateau. Die zweite runde rot gezeichnete Trasse führt durch die touristisch interessanteste Durchgänge, Engpässe (die „die Prüfung der Schlankheit“ genannt sind), Höhle, Tore, um der fantastischen Felsenformationen, die Felsentreppe hinauf und hinunter. Es nimmt zwei Stunde, durch die Felsen zum Waldrestaurant zu kommen.

Die Sandsteinfelsen sind Überreste von ursprünglichen kontinuierlichen riesigen Blöcke, die auf dem Boden des untiefen kreidigen Meers im jüngeren Mesozoikum war. Wenn die Erdoberfläche durch Unterdruck aufstieg und das Meer zurücktrat, Wasser, Sonne und Wind zerrütteten den Sandsteinblöcken so lange, da heutiger Reichtum der Gestalten gebildet wurde. Diese Felsen kann man mit Prachovské- oder Adršpašské-Felsen vergleicht. Die Durchschnittshöhe der Felsen ist 20 Meter und sie steigen bis 615 m ü. M. Bergsteiger finden hier Aufstiege von allen Schwierigkeitsgraden. Beobachtung der kletternden Bergsteiger auf den senkrechten Wänden gehört zu spannenden Erlebnissen jedes Besuchers dieser „Felsenstadt“.

80 Formationen wurde von treffenden Namen genannt: Waldtor, Kopf von Janus, Frosch, Helm, Bienenstock, Tempel, Burg, Triumphaltor, schwedisches Tor, Zigeunerlager, Labyrinth, Kahn, Stuhl von Opa, Elefant, Kuhstall, Bürgermeister, Doktor, Glocke, Edelpilz, Schildkröte, usw. Man kann ihnen ohne einen Reiseführer oder eines Plans aber nicht ohne der Fantasie finden.

Beim scharfen Wind wurden die Wände vom feinen Sand gepeitscht, aber großwabeähnliche Grübchen entstanden vor allem chemisch und durch der Durchsickerung von Regenwasser. Sandsteinschichten haben nicht gleichstarke Kittmasse, darum schwinden sie immer, und so entstanden Simse, Wacklige und auch die wunderschöne Formation am Rande der Felsen, die „der Edelpilz“ genannt ist. Ihr Kopf ist aus dem festen Sandstein mit dem Eisenkitt, aber der untere Teil (das Bein) ist ein Überrest von der Schichte mit der weichen Kaolinkittmasse und darum verwittert und schwindet er schneller. Die lokale Rarität, die auf den nördlichen Abhängen sich befindet, ist der Strauch Ledum Polustre.

Eine halbe Stunde von Tisá an den staatlichen Grenzen befinden sich kleine Gemeinden Rájec (im Osten) und Ostrov (im Westen). Beide sind in Wälder und in Felsen situiert und darum werden sie als Sommersitzes ausgesucht. Auf dem Hang unter Děčínský Sněžník befindet sich die Ortschaft Sněžník. Man kommt hierher auf der Landstraße von den Tyssaer Wände in einer Stunde. Von hier kommt man in einer halben Stunde auf den flachen Gipfel von Sněžník (721 m), zum 30 Meter hohen Aussichtsturm und zum Fernsehverstärker. Es gibt von hier eine weitere Aussicht auf zahlreiche Wälder, das Tschechische Mittelgebirge Tatschengebiet, das Lausitzer Gebirge, manchmal auch auf das Isergebirge und das Riesengebirge, aber auch nordwärts bis zu Dresden. Draußen, vor dem Restaurant bleibt man vor dem Aussichtsschaubild stehen. Im messingen Blech ist von tiefen Striche das ganze östliche Panorama auch mit Namen und Richtungspfeilen eingeritzt.

In Sandsteinknäpper findet man zahlreiche Abdrücke von Meeresfaunen aus der Kreideperiode, besonders von Muscheltieren. Überall ringsum, besonders im Nordosten, breiten sich schöne tiefe Wälder mit Heidel-, Him- und Brombeeren.

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